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Leichtathletik Trainingslager in Berlin/ Kienbaum

Die Leichtathletik Abteilung absolvierte vom 21.04.19 – 26.04.19 ein Trainingslager in Kienbaum, in der Nähe von Berlin. Die Trainingswoche begann am frühen Sonntagmorgen mit der langen Fahrt nach Kienbaum, was etwa eine Stunde von Berlin entfernt liegt. Insgesamt absolvierten 13 Athleten mit zwei Trainern (Wolfgang Baum und Daniel Steup) des SFG im Alter zwischen 15 und 19 Jahren das Trainingslager im olympischen und paralympischen Trainingszentrum für Deutschland. Vorrangiges Ziel des Trainingslagers war ein effektives und konzentriertes Training sowie die Stärkung der Gruppendynamik und –gemeinschaft.

Im Trainingslager wurden verschiedene Übungen im Leichtathletik Bereich ausgeführt, u. a. in den Disziplinen Wurf, Sprung und Sprint. Des Weiteren wurde in der Trainingslagerwoche zwei Mal in einem sehr modern ausgestatteten Kraftraum trainiert. Der Trainingskomplex in Kienbaum bot den Athleten insgesamt viele individuelle Trainingsmöglichkeiten, welche von diesen intensiv genutzt wurden.

Die Teilnehmer übernachteten während des Trainingslagers im Kienbaum Komplex II in modernen 2er bzw. 3er Zimmern, die Trainer übernachteten in Einzelzimmern. Mitunter ein Highlight der Woche war eine Lagerrallye, welche von allen Teilnehmern absolviert und am Ende der Trainingslagerwoche von den Trainern ausgewertet wurde. Letztlich war das Trainingslager in Kienbaum im Vergleich zum regulären Leichtathletiktraining um einiges intensiver und anstrengender als zu Hause.

Der SFG interviewte die beiden Trainer Wolfgang Baum und Daniel Steup und die Athletin Leonie Baum zum Trainingslager.

Warum wurde der Ort des Trainingslagers in Kienbaum ausgewählt und welche Vorteile bringt er aus Eurer Sicht?
Trainer: Kienbaum bietet beste Trainingsbedingungen bei jedem Wetter, die Hallen und Stadien werden so vergeben, das man in Kleingruppen ungestört trainieren kann. Trainingsgeräte kann man vor Ort kostenlos ausleihen, was sich als sehr nützlich erwies. Das angebotene Essen ist schmackhaft und sportgerecht sehr ausgewogen, auch für Allergiker und Vegetarier geeignet.

Wie wichtig ist das Trainingslager für die Gruppendynamik und den Trainingserfolg hinsichtlich der Vorbereitung auf die Wettkampfsaison? Worin seht ihr als Trainer einen Unterschied zwischen dem Trainingslager und dem regulären Leichtathletik-Training?
Trainer: Gemeinsames Aufwärmen, Spielen und vor allem das Staffeltraining fördern den Zusammenhalt. Dieser wurde durch Beachvolleyball in der Freizeit und verschiedene Teamlagerspiele noch verstärkt. Hinzu kommt der Ausflug nach Berlin mit gemeinsamen Abendessen, welches ausdrücklich von den Teilnehmern gewünscht wurde. Der Trainingserfolg im Trainingslager ist vor allem vorhanden durch wesentlich mehr Zeit bei den Trainingseinheiten (2,5 – 3 Stunden) gegenüber dem Heimtraining (1,5 – 2 Std.), wo oftmals auch noch vieles aufgebaut werden muss, was viel Zeit kostet.

Wurden die Erwartungen an das Trainingslager seitens der Trainer erfüllt?
Trainer: Aus Trainersicht wurden die Erwartungen an das diesjährige TL erfüllt, da alle Teilnehmer gut mitzogen und in ihrem Umfang belastet werden konnten. Kleiner Wermutstropfen war die schwierige Orga wegen dem Autoausfall, der zeitweise die Trainingsarbeit der letzten zwei Trainingseinheiten etwas einschränkte.

Wie sah ein typischer Tagesablauf für die Athleten aus?
In der Regel sah ein typischer Tagesablauf wie folgt aus:
7 Uhr wecken, 7.30 Uhr Frühstück, 8.45 – 12 Uhr Training nach Disziplinblöcken (Stadion, Halle, Kraftraum, Bitumenbahn), 12 Uhr Mittagessen, 13 – 14.45 Uhr Mittagsruhe, 15 – 18 Uhr Training wie vormittags mit abschließendem Schwimmen im Hallenbad, 19.30 – 21.00 Uhr Lagerspiele oder Freizeit/Beachvolleyball, 23 Uhr Nachtruhe.

Wie nahmen die Athleten das Trainingslager wahr?
Aus der Sicht von Leonie Baum:
Das Trainingszentrum Kienbaum ist für fast alle Sportarten ausgerichtet und aufgrund von den großen Sportplätzen und Turnhallen sehr attraktiv für Leichtathleten. Unsere Trainingsgruppe bestand im Trainingslager aus 2 Gruppen: Die Läufer/ Springer – und die Werfer. Für beide Bereiche sind die Trainingsbedingungen super. Die Werfer hatten ein überdachtes Wurfhaus und viele Wurfringe für Disziplinen wie Diskuswurf oder Hammerwurf zur Verfügung, was bei uns in der Nähe leider nicht vorhanden ist. Für alle anderen waren die Sportplätze, die deutlich größeren Dimensionen entsprechen, und eine fußschonende Bitumenlaufbahn, ein Highlight. Ganz modern ausgestattete Kraft- und Fitnessräume mit Geräten, die vielen Athleten noch nicht bekannt waren, haben im Training auch nicht gefehlt. Für die Freizeitgestaltung hat Kienbaum außerdem sehr viel zu bieten: Schwimmbad, Beachvolleyballanlage, Kegelbahn und einen Raum zum Kicker spielen, darten und Billard spielen. Die Lage des Trainingszentrums ist sehr vorteilhaft, da es zwar ziemlich ruhig im Wald liegt, Berlin aber dennoch innerhalb von einer knappen Stunde mit dem Auto erreichbar ist. Letzteres haben wir ausgenutzt und sind mit Kleingruppen durch die Hauptstadt geschlendert. Dort haben Sehenswürdigkeiten wie das Brandenburger Tor und der Fernsehturm natürlich nicht gefehlt. Es war ganz gut zwischen den anstrengenden Trainingseinheiten etwas zu entspannen und gleichzeitig noch die Hauptstadt zu erkunden. Da Kienbaum ein sehr bekanntes Leistungszentrum ist, sind wir Spitzensportlern wie Jürgen Schult (Weltrekordhalter Diskuswurf), welcher uns sogar von seiner Karriere und persönlichen Eindrücken erzählt hat; Mathias Mester (Weltmeister und 2. bei den paralympischen Spielen); Niko Kappel (Paralympicssieger), und der deutschen Nationalmannschaft im Volleyball, begegnet. Es war interessant zu sehen wie diese bekannten Sportler ihre Trainingseinheiten gestaltet haben. Für den Spaß zwischendurch war die von den Trainern vorbereitete Lagerrallye eine angenehme Abwechslung zum Training. Wir mussten nicht nur sportliche, sondern auch mentale Spiele bewältigen, die zu vielen lustigen Stunden führten. Beim Thema Essen und Schlafen kann man sich wirklich nicht beschweren in Kienbaum. Die Zimmer sind groß, haben genug Stauraum und bequeme Betten, und beim Buffet dreimal am Tag, ist für jeden, aufgrund der großen Vielfalt, etwas dabei. Das Ende des Trainingslagers war für Athleten sowie Trainer ziemlich anstrengend, da wir alle die Ungewissheit hatten, wie wir wieder nach Hause kommen sollten. Es gab ein Problem mit einem der Autos und so musste noch kurzfristig ein Mietwagen organisiert werden. Wir kamen dann aber, zwar etwas später als geplant, alle sicher, jedoch mit Muskelkater zu Hause an.

Letztendlich war das Trainingslager in Kienbaum sehr erfolgreich und sowohl für die Trainer, als auch für die Athleten eine abwechslungsreiche und effektive Trainingswoche.